Patientenverfügung Schweiz: Formular, Erstellung und Aufbewahrung

Eine Patientenverfügung hält fest, welche medizinischen Massnahmen Sie wünschen oder ablehnen, wenn Sie sich später wegen Urteilsunfähigkeit nicht selbst dazu äussern können. Sie können auch eine Person bestimmen, die Sie bei medizinischen Entscheidungen vertritt. Das Erstellen ist freiwillig und setzt Urteilsfähigkeit voraus. Informationen des Bundesamts für Gesundheit

Für die praktische Vorsorge gehören zwei Aufgaben zusammen: Ihren Willen verständlich festhalten und dafür sorgen, dass die Unterlagen gefunden werden. Ein Notfallordner hilft bei der zweiten Aufgabe. Beginnen Sie mit einem passenden Formular und einer festen Ablage, statt medizinische Wünsche zwischen Versicherungsbriefen und anderen Unterlagen zu verstreuen.

Welches Patientenverfügung-Formular kann ich verwenden?

Die FMH stellt eine Kurzversion und eine ausführliche Version mit Wegleitung und Hinweiskarte bereit. Die Formulare lassen sich elektronisch ausfüllen und anschliessend ausdrucken. Auch eine Online-Ausfüllhilfe ist auf der offiziellen Seite verlinkt. Wählen Sie die Version, deren Fragen Sie verstehen und sorgfältig beantworten können. Nutzen Sie bei Unsicherheiten das Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Zum offiziellen Patientenverfügung-Formular der FMH

Speichern Sie zunächst eine leere Vorlage und arbeiten Sie in einer eigenen Kopie. So bleibt nachvollziehbar, welches Formular Sie ausgefüllt haben. Prüfen Sie vor dem Ausdruck auch Seitenzahlen und Anlagen. Verwechseln Sie eine noch nicht fertig bearbeitete Datei nicht mit Ihrer unterschriebenen Fassung.

Eine Patientenverfügung erstellen: die wichtigsten Schritte

  1. Eigene Wünsche klären. Lesen Sie die Erläuterungen zum Formular und notieren Sie Fragen für das ärztliche Gespräch. Treffen Sie medizinische Entscheidungen auf Grundlage einer verständlichen Beratung.
  2. Vertretung besprechen. Wenn Sie eine Vertretungsperson benennen, besprechen Sie Ihre Wünsche mit ihr und prüfen Sie die eingetragenen Kontaktdaten.
  3. Dokument vervollständigen. Eine Schweizer Patientenverfügung muss nicht vollständig handgeschrieben sein. Sie muss datiert und eigenhändig unterschrieben werden; Zeugen sind dafür nicht erforderlich. Formanforderungen laut BAG
  4. Auffindbarkeit organisieren. Informieren Sie die betroffenen Personen über die fertige Fassung und ihren Aufbewahrungsort.

Wo bewahre ich die Patientenverfügung auf?

Übergeben Sie Kopien Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt sowie Ihrer Vertretungsperson. Eine Hinweiskarte im Portemonnaie kann den Aufbewahrungsort und wichtige Kontakte nennen. Ein Dokument, dessen Existenz niemand kennt, hilft im Ernstfall wenig. Aufbewahrung und Auffindbarkeit auf ch.ch

Für Ihren Notfallordner empfiehlt sich ein gut benanntes Register, etwa «Vorsorge und medizinische Wünsche». Legen Sie dort die unterschriebene Fassung ab oder vermerken Sie eindeutig, wo das Original liegt. Halten Sie daneben fest, wer eine Kopie erhalten hat. So können Sie bei einer späteren Änderung alle Empfänger gezielt informieren.

Eine digitale Kopie kann die Übersicht ergänzen. Verwenden Sie einen eindeutigen Dateinamen mit Datum und kennzeichnen Sie ältere Fassungen als ersetzt. Planen Sie den berechtigten Zugriff so, dass die nötigen Personen die Unterlagen finden können. Gesundheitsinformationen sollten dabei geschützt bleiben. Der Ratgeber zum Notfallordner-Inhalt hilft, die Ablage mit Ihren anderen Dokumenten zu verbinden.

Wann sollte ich die Verfügung überprüfen?

Prüfen Sie regelmässig, ob die Angaben noch Ihren Wünschen entsprechen, insbesondere wenn sich Ihre Gesundheit oder Lebenssituation verändert. Die Empfehlung, die Verfügung etwa alle zwei Jahre zu überprüfen, ist keine automatische Ablauffrist. Eine formal gültige Verfügung verliert nicht allein deshalb ihre Gültigkeit, weil sie zwei Jahre nicht erneuert wurde. Rechtlicher Leitfaden von SAMW und FMH

Tragen Sie einen eigenen Kontrolltermin im Kalender ein. Prüfen Sie dabei auch Telefonnummern, Ablageort und die Liste der Kopien. Bei einer geänderten Fassung sollte für alle Beteiligten klar sein, welche Version aktuell ist.

Ersetzt sie einen Vorsorgeauftrag?

Die Patientenverfügung betrifft medizinische Entscheidungen. Ein Vorsorgeauftrag kann darüber hinaus beispielsweise die Vermögenssorge regeln und hat andere Formvorschriften. Behandeln Sie beide Dokumente als getrennte Aufgaben. Das Zusammenstellen eines Ordners ersetzt weder die erforderlichen Erklärungen noch deren Formvorschriften. Unterschiede zwischen Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

Vorsorgeunterlagen übersichtlich zusammenführen

Wenn Ihre Patientenverfügung fertig ist, lässt sie sich zusammen mit Kontakten, Versicherungen und weiteren Unterlagen in einer gemeinsamen Struktur organisieren. Das Notfallordner-Komplettpaket für die Schweiz unterstützt diese Organisation mit Ordnerstruktur, Word-Vorlagen, Excel-Listen und PDF-Anleitungen. Nutzen Sie für die Patientenverfügung das oben verlinkte offizielle Formular und für die Ablage die passende Struktur.

Notfallordner-Komplettpaket ansehen · Notfallordner anlegen: Vorlage und Vorgehen

Quellenstand: 9. Oktober 2026. Allgemeine Orientierung für die Schweiz; persönliche medizinische Entscheidungen besprechen Sie mit einer Fachperson.